Ich möchte diesen Bereich meiner Homepage dazu nutzen, um ein paar Worte zu dem großen Thema “Epilepsie beim Hund” zu schreiben.

Meine Ronja hatte im Alter von 2 Jahren ihren ersten epileptischen Anfall. Ich kann mich noch genau an diesen Tag erinnern. Es war ein Sonntag und wir hatten gerade zu Mittag gegessen, als Ronja zusammenbrach, total verkrampfte und schrie. Man kann sich kaum vorstellen, welchen Schock man als Hundehalter in einem solchen Moment erfährt. Wir sind sofort im Anschluss an den Anfall zum Tierarzt gefahren, der jedoch außer einer Blutuntersuchung zunächst nichts machen konnte. Einige Wochen später kam dann der 2. Anfall.

Wir entschlossen uns, Ronja auf Medikamente einzustellen und begannen mit Luminal, welches zunächst auch anschlug. Parallel dazu betrieben wir eine umfassende Ursachenforschung, um abzuchecken, ob vielleicht irgendein äußerlicher Faktor die Anfälle auslöste. (z.B. Benzingeruch, Gewitter, Angst vorm Keller, Hitze, Aufregung, Agility,...) Dies blieb jedoch ohne Erfolg. Ronja wurde kastriert, aber auch das führte zu keiner Veränderung.

Nach ca. 1 Jahr wurden die Anfälle jedoch wieder häufiger und wir ergänzten die Behandlung mit “Dibro BE mono”. Nun traten die ersten Nebenwirkungen auf: Ronja wurde wesentlich ruhiger und hatte z.T. Koordinationsprobleme, die so weit gingen, dass sie kaum in der Lage war Treppen zu laufen. Natürlich sind wir dann wieder mit der Dosis etwas nach unten gegangen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ronja über einen Zeitraum von einem 3/4 Jahr keine Anfälle.

Ronja an der Nordsee

Doch dann kam der Winter und mit ihm auch wieder die Anfälle. Ronja war nun etwa 3,5 Jahre alt. Sie bekam etwa 2-4 Anfälle pro Monat, wobei meistens 2 Anfälle in direkter Folge auftraten.Zum Sommer hin merkte man eine leichte Entspannung bei der Anzahl der Anfälle, doch zum nächsten Winter traten Sie wieder vermehrt auf.

Während der ganzen Zeit standen wir vor dem Problem, dass eine erhöhte Tablettendosis zu den extremen Koordinationsproblemen führte, während die geringere Dosis nicht ausreichte um die Anfälle komplett zu unterdrücken.

Im Winter ´04 wurde bei Ronja ein Leberschaden entdeckt, der von Luminal und Dibro BE mono herrührte. Dementsprechend mussten wir in regelmäßigen Zeitabständen auch hier medikamentös eingreifen.Wir gerieten in einen Teufelskreislauf. Von nun an verschlechterte sich Ronjas Zustand zunehmend. Sie bekam immer mehr Anfälle, in immer kürzeren Zeitabständen und brauchte immer länger um sich wieder von ihnen zu erholen.

Ronjas Anfälle an sich waren nie besonders lang. Nach etwa 2-3 Minuten wachte sie wieder auf, fiel jedoch meist in den Status Epilepticum, was bedeutet, dass sie orientierungslos war, schon mal gegen Schränke oder Türen lief und alleine nicht zurück fand. Nach einer Anfallserie brauchte sie zuletzt fast eine ganze Woche um sich wieder vollständig zu erholen.

Am 26.06.2005 haben wir uns dann dazu entschlossen, ihrem Leiden ein Ende zu machen. Sie hatte innerhalb von 2 Tagen den 5. und letzten Anfall.

Rückblickend war das Leben mit Ronja auf Grund der Krankheit sehr schwer und entbehrungsreich, sowohl für den Hund, als auch für den Menschen. Doch zwischen den Anfällen hatte Ronja ein erfülltes Leben und sie war es wert, dass wir den Weg bis zum Schluss mit ihr gemeinsam gegangen sind.

Allen denjenigen, die einen Hund haben, der Ronjas Schicksal teilt, möchte ich Folgendes mit auf den Weg geben:

Epilepsie ist eine hinterhältige, unberechenbare Krankheit. Genießt jeden Tag mit eurem Hund, denn leider kann keiner sagen wie viele ihr noch haben werdet.

Hier ein paar interessante Links zum Thema Epilepsie beim Hund:

www.der-louis.de

http:\\elib.tiho-hannover.de\dissertations\riecks_2002.html

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/riecks_2002.pdf

http:\\www.leveste.de\dalmaweb\epilepsie1.htm

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